5-Achs-Postprozessor: TCPM- und TRAORI-Fehler systematisch finden

In der CAM-Simulation sieht das Programm sauber aus, der NC-Code liest sich plausibel, und trotzdem fährt die Maschine in A30/C90 versetzt. Genau dort beginnt eine der teuersten Fehlersuchen im 5-Achs-Alltag. Wer den Werkzeugmittelpunkt nicht stabil im Griff hat, verliert nicht nur Erstlaufzeit, sondern Vertrauen in das eigene Programm.

Dieser Beitrag zeigt, wie kleine und mittlere Fertigungsbetriebe TCPM-, TRAORI- und G43.4-Fehler systematisch eingrenzen. Statt einer Funktionsdefinition steht die Diagnose im Vordergrund: vier Koordinatenebenen, fünf typische Fehlerquellen, ein minimales Testprogramm und ein Reifegradmodell, das aus reaktivem Probieren eine belastbare Werkstattroutine macht.

Inhalt

Warum TCPM- und TRAORI-Fehler so schwer zu fassen sind

Die Werkzeugmittelpunktsteuerung führt Linear- und Rundachsen so zusammen, dass die Werkzeugspitze die programmierte Bahn im Werkstückkoordinatensystem hält. Bei 3-Achs-Bearbeitung ist das überschaubar. Sobald aber eine Rundachse die Orientierung von Werkzeug oder Werkstück verändert, muss die Steuerung eine inverse Kinematik lösen. Genau hier setzen TCPM, TRAORI und G43.4 an. Wer die Begriffsfamilie noch einmal nachschlagen will, findet die Funktionsweise von RTCP, TCPM und TRAORI im Detail im POS-Blog.

Das eigentliche Problem ist nicht die Funktion selbst, sondern die Schnittstelle. CAM-Modell, Postprozessor, Steuerungstransformation, Kinematikparameter, Werkzeuglänge und reales Spannmittel bilden eine Kette. Ein einzelner Schuldiger ist die Ausnahme. Häufiger ist es eine kleine Inkonsistenz, die sich erst zeigt, wenn die Maschine schwenkt. Genau deshalb sind diese Fehler so tückisch: Eine 3-Achs-Bewegung sieht stabil aus, ein 3+2-Programm läuft, und erst die simultane Bahn bringt den Versatz ans Licht.

Typische Symptomatik: Die Kontur stimmt bei A0/C0, aber in geschwenkter Lage versetzt sich dieselbe Bahn um Zehntelmillimeter. Oder eine Rundachse schlägt in einem Bereich überraschend schnell um, während die Werkzeugbahn ruhig aussieht. Oder ein neues Werkzeug zeigt einen anderen Versatz als das alte, obwohl die CAM-Strategie identisch ist. Solche Bilder sind kein „mystischer Steuerungsfehler”, sondern Hinweise auf eine konkrete Ebene in der Kette. Wer die steuerungsseitige Kinematikabbildung bei der 5-Achs-Bearbeitung vergleicht, sieht: Die Funktionen selbst sind dokumentiert und ausgereift. Die Stolperstellen liegen in der Schnittstelle zur eigenen Maschine.

Wer hier ohne Struktur losdoktert, verliert Maschinenstunden auf der teuersten Anlage im Betrieb. Für DACH-KMU mit ein bis zwei 5-Achs-Maschinen heißt das: Die Engpassmaschine steht. Genau dieser wirtschaftliche Druck macht Diagnosekompetenz zu einem produktiven Faktor, nicht zu einer akademischen Übung. Das Gefühl „die Maschine fährt komisch” ist die ehrlichste Beschreibung. Es ist gleichzeitig der schlechteste Ausgangspunkt, wenn niemand die nächste Frage stellt.

Schnittstellenkette statt Einzelfehler: Werkzeugmittelpunktsteuerung mit TCPM
Schnittstellenkette statt Einzelfehler: Werkzeugmittelpunktsteuerung mit TCPM, TRAORI und G43.4 versagt selten allein. Versatz nur in geschwenkten Lagen, Achssprünge bei ruhiger Bahn und werkzeugabhängiger Drift sind Symptome einer brüchigen Kette zwischen CAM-Modell, Postprozessor, Steuerung und realer 5-Achs-Kinematik.

Die vier Koordinatenebenen: das Diagnosegerüst

Viele Fehlersuchen scheitern, weil unterschiedliche Koordinatensysteme vermischt werden. Ein Bediener korrigiert den Werkstücknullpunkt, obwohl der Fehler im Drehzentrum sitzt. Das verschiebt zwar die eine Lage, verschlimmert aber die nächste. Die Trennung in vier Ebenen ist deshalb kein Lehrbuchgeschwätz, sondern Werkstattpraxis. Bei 5-Achs-Bearbeitungszentren wie der POSmill H-Serie lassen sich diese vier Ebenen über die Steuerungsanzeige sauber gegeneinander prüfen.

Ebene eins ist das Werkstückkoordinatensystem. Wo liegt G54, welche Verschiebung ist aktiv, welcher Schwenkzyklus läuft? Hier sitzen die meisten „die Lage stimmt nicht”-Probleme bei neuen Aufspannungen. Ebene zwei ist das Maschinenkoordinatensystem mit den realen Achspositionen, Referenzpunkten und Achsgrenzen. Ebene drei beschreibt das Werkzeug. Welcher Punkt am Werkzeug wird als Spitze geführt, welche Länge ist im Speicher, welcher Halter ist tatsächlich montiert? Ebene vier ist der Postprozessor selbst, also Achsreihenfolge, Vorzeichen, Ausgabeformat und Aktivierungsbefehle für die Transformation.

Die Praxisregel lautet: Bei jedem Fehlerbild zuerst klären, welche Ebene das Symptom erzeugt, bevor irgendetwas verändert wird. Eine kurze Werkstattkurzformel hilft dabei:

  • Fehler in allen Schwenklagen gleich: Verdächtig sind Werkstücknullpunkt, Werkzeuglänge oder CAM-Aufspannung. Also Ebene eins oder drei.
  • Fehler wächst mit dem Schwenkwinkel: Drehzentrums-Offset oder Kinematikbeschreibung. Ebene zwei oder vier.
  • Kontur stimmt, aber Rundachse schlägt um: Singularität, Achsauswahl oder Rewind-Strategie. Ebene vier oder Steuerungslogik.
  • Eilgang fährt anders als die Simulation: NC-Code-Verifikation, Steuerungszyklen und Kollisionsmodell. Ebene vier plus Maschinenmodell.
  • Nur bestimmte Werkzeuge betroffen: Werkzeuglängenvektor oder Halterdatensatz. Ebene drei.

Diese Kurzformel ersetzt keine Messung. Sie verhindert aber zielloses Probieren und sorgt dafür, dass der Bediener nach drei Versuchen nicht resigniert, sondern eine begründete nächste Frage stellt. Das ist der Unterschied zwischen Fehlersuche und Glücksspiel.

TRAORI und G43.4 versagt selten allein. Versatz nur in geschwenkten Lagen
Werkstück, Maschine, Werkzeug, Post: Die vier Koordinatenebenen trennen Fehlerbilder sauber. Werkstücknullpunkt und Werkzeuglänge erklären lageunabhängige Versätze, Drehzentrum und Kinematikbeschreibung erklären winkelabhängige. Wer vor jeder Korrektur die Ebene benennt, ersetzt zielloses Probieren durch eine begründete nächste Frage.

Fünf Fehlerquellen, die immer wieder auftreten

Wenn die Ebene benannt ist, geht es an die konkrete Ursache. Steuerungsbegriffe wie Tool Center Point Control mit Maschinenwinkeln nach G43.4 zeigen schon im Namen, dass CAM, Post und Steuerung dieselbe Sprache sprechen müssen. Bricht diese Sprache, beginnt die Fehlersuche. Fünf Fehlerquellen tauchen in der Praxis so oft auf, dass sich jeder 5-Achs-Bediener mit ihnen auskennen sollte.

Erstens: der Drehzentrums-Offset. Liegt das reale Drehzentrum der Rundachse um wenige Zehntelmillimeter anders als in Postprozessor oder Steuerung beschrieben, zeigt sich der Fehler erst in geschwenkten Lagen. Charakteristisch ist ein richtungsabhängiger Versatz: A0/C0 stimmt, A30 läuft versetzt, A30/C90 noch stärker. Je weiter die Bearbeitungsstelle vom Drehzentrum entfernt liegt, desto stärker wirkt ein kleiner Winkelfehler als Linearversatz. Die Drehzentrumsprüfung ist deshalb kein Inbetriebnahmethema, sondern Teil jeder Erstlaufroutine.

Zweitens: der Werkzeuglängenvektor. Bei 5-Achs-TCP muss eindeutig sein, ob der Postprozessor, die Steuerung oder die Transformation die Werkzeuglänge einbezieht. Wird sie doppelt verrechnet, fährt die Spitze in geschwenkten Lagen zu weit. Wird sie gar nicht verrechnet, fehlt das Maß. Besonders tückisch ist der Mischzustand. 3+2-Bearbeitung sieht plausibel aus, simultane TCP-Bewegung nicht. Jeder 5-Achs-Erstlauf sollte deshalb mit dokumentierter Werkzeugmessung, geprüftem Längenspeicher und einem definierten Testpunkt in mehreren Schwenklagen beginnen. Nicht mit dem Vertrauen, „der Halter ist ja der gleiche wie letzte Woche”.

Drittens: der Programmausgabemodus. Ein Postprozessor kann Maschinenwinkel ausgeben, Richtungsvektoren ausgeben oder steuerungsinterne Transformationsbefehle aktivieren. G43.4 steht bei FANUC für Tool Center Point Control mit Maschinenwinkeln, G43.5 wird in vielen Umgebungen mit Werkzeugvektoren verbunden, SINUMERIK kann mit TRAORI unter anderem Maschinenachsen, Richtungsvektoren oder Euler-/RPY-Winkel verarbeiten. Welcher Modus „besser” ist, spielt keine Rolle. Entscheidend ist, dass CAM, Postprozessor und Steuerung denselben Modus erwarten. Ein CAM-System, das Werkzeugorientierungen als Vektoren beschreibt, darf nicht über einen Post laufen, der in Wirklichkeit Maschinenwinkel mit anderer Achsfolge erwartet. Genau diese Inkonsistenz erzeugt reproduzierbare Versätze, die sich nicht „weg-kalibrieren” lassen.

Viertens: Singularitätsbereiche. Eine Singularität ist eine Lage der inversen Kinematik, in der mehrere Achskombinationen denselben Werkzeugvektor ergeben oder kleine Orientierungsänderungen große Rundachsbewegungen auslösen. Im Formenbau erkennt man das daran, dass eine Rundachse plötzlich schnell dreht, obwohl die Kontur ruhig aussieht. Ein Achssprung in einem engen Bahnbereich, eine Achsumkehr nahe einer kritischen Werkzeugausrichtung oder eine sehr hohe Winkelgeschwindigkeit sind keine Bedienfehler, sondern kinematische Risiken. Eine CAM-Simulation der Werkzeugbahn reicht nicht aus. Man muss Achsverläufe, Winkelgrenzen, Vorzugsrichtungen und Umfahrstrategien betrachten. Wer hier mit dem Bauchgefühl „wird schon passen” arbeitet, sucht den Achssprung dann am Werkstück.

Fünftens: die Maschinenkinematikbeschreibung im Postprozessor. Der Post übersetzt CAM-interne Wege in steuerungs- und maschinenspezifischen NC-Code. Er enthält Achsrichtungen, Achsgrenzen, Nullstellungen, Drehzentren, Vorzeichen, Achsreihenfolge, Rundachspräferenz, Werkzeuglängenbezug und Steuerungsbefehle. Fehler entstehen, wenn ein 3-Achs-Post „erweitert” wird, ohne die echte 5-Achs-Kette sauber abzubilden, oder wenn das CAM-Maschinenmodell anders parametriert ist als der Post. Hier hilft kein Drehen am Werkzeugkorrektur-Knopf. Hier muss der Post selbst geprüft werden.

Achssprünge bei ruhiger Bahn und werkzeugabhängiger Drift sind Symptome einer brüchigen Kette zwischen CAM-Modell
Fünf Ursachen, eine Reihenfolge: Drehzentrums-Offset, Werkzeuglängenvektor, Programmausgabemodus, Singularitäten und Postprozessor-Kinematik decken den Großteil aller TCPM- und TRAORI-Fehler ab. Jede dieser Ursachen erzeugt ein eigenes Muster, das mit einem definierten Testpunkt in mehreren Schwenklagen reproduzierbar sichtbar wird.

Das Testprogramm: vier Schwenklagen, zwei Werkzeuge, ein Bezugspunkt

Ein gutes Testprogramm ist keine komplexe Freiformfläche, sondern ein reproduzierbarer Bewegungssatz. Bewährt hat sich ein definierter Punkt im Raum, der mit einem kurzen und einem langen Werkzeug in mehreren Schwenklagen angefahren wird, ohne Materialkontakt. Wer das auf einer POSmill H 500 U als kompaktes 5-Achs-Bearbeitungszentrum standardisiert, kann jede neue Aufspannung mit demselben Protokoll prüfen und Vergleichswerte aufbauen.

Vier Schwenklagen reichen für den Einstieg: A0/C0, A30/C0, A30/C90 und A-30/C180. Diese Kombinationen decken Vorzeichenwechsel, asymmetrische Lagen und mittlere Schwenkwinkel ab. Also die Bereiche, in denen Fehler in Drehzentrum, Werkzeuglänge und Transformationsmodus sichtbar werden. Der Bediener misst oder beobachtet, ob die Werkzeugspitze den definierten Bezugspunkt hält. Ergänzend wird eine kurze simultane Bewegung gefahren, bei der eine Rundachse langsam und kontrolliert läuft, während der TCP unverändert bleiben soll. Driftet der Punkt, ist die Transformation nicht konsistent. Steht er in Ruhe, driftet aber bei Bewegung, kommen dynamische Achsfehler, Interpolation und Vorschubmodus in den Fokus.

Beim Vorschubmodus lohnt sich ein zweiter Blick. Ob der Vorschub auf den Werkzeugmittelpunkt, auf die beteiligten Achsen oder auf eine inverse Zeitlogik bezogen wird, ist nicht nur eine Performance-Frage. Eine falsche Interpretation lässt Achsen in kritischen Bereichen abrupt beschleunigen, oder der Bediener schätzt die Bewegung falsch ein. In der Erstdiagnose gehört deshalb nicht nur der geometrische Endpunkt auf die Checkliste, sondern auch die Bewegung dorthin: G1, G0 oder Zyklus? TCP aktiv? Vorschubmodus eindeutig? Look-Ahead und Glättungsfunktionen kompatibel mit der aktiven Transformation?

Genauso wichtig ist die saubere Trennung der Prüfebenen. CAM-Simulation beantwortet: Ist die Strategie geometrisch plausibel? NC-codebasierte Verifikation beantwortet: Entspricht der ausgegebene Code dem Maschinenmodell und bleibt er kollisionsfrei? Der NC-Trace und die Steuerungsanzeige beantworten: Was interpretiert die reale Steuerung? Der Trockenlauf mit Single Block und reduziertem Override beantwortet: Passen reales Setup, Werkzeug und Achsbewegung zusammen? Erst die Kombination dieser vier Ebenen reduziert das Risiko. Eine einzelne reicht nie.

Und ja, die HEIDENHAIN-Glasmaßstäbe in den Linearachsen der POSmill helfen genau an dieser Stelle. Sie reparieren keinen falschen Postprozessor. Aber sie geben dem Bediener die Sicherheit, dass ein Versatz am Testpunkt wirklich aus Transformation, Werkzeuglänge oder Kinematik kommt. Nicht aus thermischer Drift, mechanischem Spiel oder unsauberer Wegmessung. Für den Geschäftsführer ist das Risikoreduktion: weniger Diskussion zwischen CAM-Programmierer und Service, weniger ungeklärte Ursachen. Für den Bediener ist es vor allem eines: weniger Bauchgefühl, mehr saubere Werte.

Postprozessor
Vier Lagen, zwei Werkzeuge, ein Punkt: Das minimale Testprogramm fährt einen Bezugspunkt im Raum in A0/C0, A30/C0, A30/C90 und A-30/C180 ohne Materialkontakt an. CAM-Simulation, NC-Verifikation, Trace und Trockenlauf bilden die vier Prüfebenen, die thermische Drift und mechanisches Spiel sauber von Postprozessor-Fehlern trennen.

Reifegradmodell, ROI und der nüchterne Blick auf die Investition

Diagnose kann man als Improvisation betreiben oder als Routine. Wer den Postprozessor zusätzlich von der Performance-Seite optimieren will, also kürzere Bearbeitungszeiten, trochoidale Strategien, Look-Ahead und steuerungsspezifische Zyklen, findet die passende Vertiefung in den Postprozessor- und CAM-Strategien für effizienten 5-Achs-G-Code. Dieser Beitrag bleibt bewusst auf der Diagnose-Seite. Vier Reifegrade beschreiben den Weg von der Improvisation zur Routine:

  • Reifegrad 1, reaktiver Betrieb: Programme werden gepostet, der Bediener fährt vorsichtig an, Fehler werden im Einzelfall korrigiert. Funktioniert bei einfachen Teilen und 3+2-Bearbeitung, ist bei simultaner 5-Achs riskant.
  • Reifegrad 2, kontrollierter Erstlauf: Es gibt eine einseitige Checkliste mit Transformationsstatus, Werkzeugdaten, Nullpunkt, Schwenklage und Abbruchkriterien.
  • Reifegrad 3, validierter Postprozess: Der Post ist mit Testprogrammen abgenommen, Maschinenmodelle werden gepflegt, Änderungen werden dokumentiert.
  • Reifegrad 4, geschlossene Prozesskette: NC-codebasierte Simulation, reale Steuerungsdaten, Werkzeugbibliothek, Spannmittelmodell und Bedienerschulung werden regelmäßig abgeglichen.

Wer in Reifegrad 1 unterwegs ist und produktive 5-Achs-Aufträge übernimmt, riskiert die teuerste Maschine im Betrieb. Die wirtschaftliche Rechnung ist dabei nüchterner, als viele Maschinenbauer-Broschüren tun. Selbst wenn eine 5-Achs-Maschine pro Woche nur zwei Stunden in Probeläufen und wiederholten Trockenläufen gebunden ist, summieren sich bei 48 produktiven Wochen rund 96 Stunden im Jahr. Bei marktüblichen Verrechnungssätzen sind das im fünfstelligen Bereich an blockierter Kapazität. Ohne Ausschuss, ohne den vermiedenen Werkzeugschaden, ohne den Stillstand bei einem ernsten Crash. Eine strukturierte Postprozessor-Abnahme inklusive Testprogramm, Werkzeuglängenprüfung, Drehzentrumstest und NC-codebasierter Simulation amortisiert sich in den DACH-Szenarien des zugrundeliegenden Research-Dossiers in deutlich unter einem Jahr. Für POSmill-Standorte mit POSrobo-Anbindung verlängert sich der Zeitraum auf etwa ein Jahr, weil die Investition höher ausfällt. Der wirtschaftliche Hebel bleibt allerdings: Validierung vor Automation, sonst skaliert man Risiken statt Produktivität.

Drei POS-Bausteine wirken in dieser Diagnosekette zusammen. Erstens die Steuerungsbasis. Die POSmill ist serienmäßig mit High-End-Steuerungen ausgestattet, entweder HEIDENHAIN TNC 7/TNC 640 oder Siemens SINUMERIK ONE. Das ist keine Garantie für einen fehlerfreien Postprozessor, aber eine bekannte Funktionsbasis für TCPM- und TRAORI-Diagnose. Für den Geschäftsführer reduziert das den Variantenbruch zwischen Maschine, Post und Service. Für den Bediener heißt es: vertraute Anzeigen, klarere Transformationszustände, nachvollziehbare Erstlaufprozeduren. Zweitens die direkte Wegmessung. HEIDENHAIN-Glasmaßstäbe in den Linearachsen verbessern die Aussagekraft jeder TCP-Messung. Der Versatz lässt sich der richtigen Ebene zuordnen, statt zwischen Mechanik und Software zu pendeln. Drittens der Servicezugang. 72 Prozent der Servicefälle löst POS am Telefon, eigene Techniker bundesweit sind im Schnitt innerhalb von 36 Stunden vor Ort, der Servicestundensatz liegt bei 79 Euro. Wer den Service-Hintergrund inklusive kostenfreier Anwendungs-Diagnose für die TCP-Eingrenzung nutzen will, findet die Eckdaten unter POS-Service mit Hotline, Anwendungs-Diagnose und Ersatzteillager. Die ehrliche Grenze bleibt: Service ersetzt keine Postprozessor-Abnahme im Betrieb. Schulung, Checkliste, Testprogramm und dokumentierter Erstlauf sind und bleiben Hausaufgabe des Betriebs. POS unterstützt dabei, übernimmt sie aber nicht.

Steuerung und realer 5-Achs-Kinematik.
Vom reaktiven Probieren zur Routine: Vier Reifegrade führen vom vorsichtigen Anfahren zur geschlossenen Prozesskette mit NC-Simulation, validiertem Postprozessor und gepflegtem Maschinenmodell. Eine strukturierte 5-Achs-Postprozessor-Abnahme amortisiert sich in DACH-Werkstätten deutlich unter einem Jahr, weil sie Maschinenstunden, Ausschuss und Crash-Risiko gleichzeitig senkt.
POS Maschinen Blog

Häufig gestellte Fragen 5-Achs-Postprozessor: TCPM/TRAORI-Fehler finden

Typisch ist ein Fehler, der nur bei geschwenkten Lagen oder simultanen Rundachsbewegungen auftritt. Wenn dieselbe Kontur in A0/C0 stimmt, aber in A30/C90 versetzt läuft, sind Drehzentrum, Werkzeuglängenbezug, Transformationsmodus oder Postprozessor-Kinematik die ersten Verdächtigen. Der konkrete Prüfpunkt ist ein definierter TCP-Punkt in vier Schwenklagen mit demselben Werkzeug.
Die CAM-Simulation prüft den geplanten Werkzeugweg im CAM-System auf geometrische Plausibilität. Die NC-codebasierte Verifikation prüft den ausgegebenen NC-Code mit Maschinenmodell, Achsen, Werkzeugen, Haltern und Spannmitteln und liegt damit deutlich näher an der realen Maschine. Beide Ebenen sind nötig, die eine ersetzt die andere nicht.
Bei aktiver Transformation rechnet die Steuerung Rotationsbewegungen in Linearachsbewegungen um. Ein Fehler in der Lage der Drehachse von wenigen Zehntelmillimetern kann sich in geschwenkter Lage als deutlicher TCP-Versatz am Werkstück zeigen, vor allem wenn die Bearbeitungsstelle weit vom Drehzentrum entfernt liegt. Ein Testpunkt in mehreren Schwenklagen macht das richtungsabhängige Verhalten sichtbar.
3+2 nutzt feste Schwenklagen und anschließend dreiachsige Bearbeitung. Die Transformation steht still, sobald die Lage erreicht ist. Simultanprogramme verlangen laufende Transformation, konsistente Werkzeugorientierung, korrekten Vorschubmodus und stabile inverse Kinematik. Genau dort werden Post- und Steuerungsfehler stärker sichtbar. Wenn 3+2 läuft und simultan nicht, ist die Werkzeuglängen- oder Transformationslogik verdächtig.
Zuerst die CAM-Simulation prüfen, dann den NC-Code mit Maschinenmodell verifizieren, anschließend Trockenlauf mit Single Block, reduziertem Vorschub und beobachteter Achsanzeige. Erst danach Materialkontakt mit konservativem Override. Der konkrete Prüfpunkt ist eine einseitige Checkliste mit Transformationsstatus, Werkzeugnummer, Werkzeuglänge, Nullpunkt, Schwenklage und Abbruchkriterium, ausgefüllt vor jedem Erstlauf.

Diagnose ist Werkstattroutine, kein Zufall

TCPM- und TRAORI-Fehler sind Schnittstellenfehler. Wer die vier Koordinatenebenen sauber trennt, die fünf häufigen Ursachen kennt und ein einfaches Testprogramm im Werkzeugkasten hat, verwandelt eine teure Improvisation in eine belastbare Routine. Das spart Maschinenstunden, schützt vor Ausschuss und entlastet die Bediener im Erstlauf.

Wer das für seine 5-Achs-Maschine konkret angehen will, beginnt klein: ein Referenz-Testprogramm für die wichtigste Maschine, vier Schwenklagen, zwei Werkzeuge, ein definierter Punkt. Werfen Sie einen Blick auf die POSmill H 500 U als kompaktes 5-Achs-Bearbeitungszentrum, oder rufen Sie unseren Service an, wenn Sie eine TCP-Abweichung gemeinsam mit unserer Anwendungs-Diagnose eingrenzen wollen. Bringen Sie NC-Satz, Werkzeugnummer, Längenkorrektur, Transformationsstatus und einen Screenshot der Steuerungsanzeige mit. Dann steht in der ersten halben Stunde fest, in welcher Ebene gesucht werden muss.

Viel Erfolg und heiße Späne!

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